Berichte
Herbstbrief 2018:

Liebe Imkerkolleginnen und Imkerkollegen, liebe Kunden und Freunde unserer Zuchtgemeinschaft,
Liebe nichtimkernden Weggefährten!

Die letzten Arbeiten an den Bienen stehen derzeit noch an. Aber in diesem Jahr habe ich mir fest vorgenommen, den Herbstbrief terminlich wirklich in den Herbst zu legen. Auch deshalb, weil wir erstmalig in 2019 eine Drohnenlinie mit vorgeprüftem Hygieneverhalten auf die Belegstelle Friedrichskoog stellen wer-den und unsere bisherige Zuchtphilosophie sich in gewisser Weise ändert, bzw. ergänzt wird. In diesem Zusammenhang wird Ihnen Detlev Biel, der Mitglied der Buckfastzuchtgemeinschaft Friedrichskoog ist, die Begriffe Hygieneverhalten und VSH eingehend erläutern. Daraus sollte ersichtlich werden, was man von diesen Königinnen erwarten und was nicht. Seien Sie gespannt!

Und plötzlich weißt Du:
Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.
Meister Eckhart (1260 - 1327 Mystiker und Provinzial der Dominikaner)

Für das entgegengebrachte Vertrauen und für die vielen netten Kontakte möchte ich mich in erster Linie im Namen von Jens Steinfeld und unserem gesamten Team aufrichtig bedanken. Wir hoffen sehr, dass Sie mit unserem Service zufrieden waren, dass wir die vielen Sonder-wünsche nach unseren Kräften berücksichtigen konnten und dass Sie die Königinnen zu dem von Ihnen gewünschten Termin in einem guten Zustand erhalten haben. Allein diese logistische Abwicklung ist immer wieder eine Mammutaufgabe und ich bin dankbar, in Jens jemanden gefunden zu haben gefunden, der mir den Rücken für das Imkern frei hält. Inzwischen kennt er die Tücken des Versandes mit lebenden Tieren detailliert und natürlich viele von Ihnen mitsamt Ihren Wünschen und Bedürfnissen. Das alles dürften Sie bemerkt haben! Der ausschließliche Expressversand innerhalb Deutschlands hat sich bewährt. Wir sind nahezu verlustfrei geblieben. Der Versand ins Ausland gestaltete sich in einigen Ländern aufgrund langer Laufzeiten schwierig, doch auch hier hielt sich die Zahl der Totalverluste in überschaubaren Grenzen. Leider transportieren Express-Dienstleister keine Königinnen im Flugzeug, aber wir stehen im engen Kontakt und versuchen, hier eine Lösung zu finden, die den Versand innerhalb der EU erleichtert.

Nachdem wir im Jahr 2017 die Sonne kaum gesehen haben und 1400(!) mm Niederschläge unseren Bienen, uns Imkern, am meisten aber den Landwirten extrem zusetzten, wurde uns in diesem Jahr ein Jahrhundertsommer und in der Folge ein Jahrhundertherbst geschenkt. Die Fülle an Licht, an kontinental trockener Luft, das damit verbundene Ausbleiben der nassen und deprimierenden Kälte war ein Se-gen für die Bienen und für die hier lebenden Menschen. Die Wärme sorgte für ein durchgehend gutes Trachtangebot: der Weißklee (Trifolium repens) auf den Deichen und den endlosen Strandasterflächen (Tripolium pannonicum), die sich im Vorland immer weiter ausbreiten.

Die Infrastruktur der Belegstelle Friedrichskoog hat sich in den letzten Jahren weiter erheblich verbessert. Wir können nunmehr über 2 Resthofflächen verfügen, die sich beide durch einen für die Marsch untypischen dichten Baum-bewuchs auszeichnen. Dadurch resultiert ein deutlich wärmeres und windgeschütztes Mikroklima als in der Umgebung - wie geschaffen für eine Belegstelle. Selbst während länger anhaltender Schlechtwetterperioden sind die Begattungsergebnisse relativ konstant. Die Begattung scheint unabhängig von Drohnensammelplätzen in unmittelbarer Nähe bzw. direkt auf der Belegstelle zu erfolgen. Unsere Zuchtgemeinschaft bestehend aus Friederike Brondke, Peter Arndt, Detlev Biel und mir, ist auch in diesem Jahr weiter zu einer Einheit mit einem fast familiären Charakter zusammengewachsen. Wir können die vielen anstehenden Arbeiten nur gemeinsam bewältigen. Jeder vertritt den anderen bedingungslos, wenn Not am Mann ist - immer das Ziel vor Augen: eine in Qualität und Quantität optimale Drohnenversorgung zu gewährleisten.

Im Juni war ich mit meiner Partnerin, Friederike Brondke, zu einem Zuchtlehrgang von Lutz Eggert in Jena. Dabei konnten wir Einblick in seine Zuchtarbeit nehmen, insbesondere konnten wir uns seine auf Hygiene selektierten Königinnen genauer anschauen. Bislang war ich der Annahme, dass eine auf VSH und Hygiene selektierte Biene nicht mit unserer Zuchtphilosophie, einer durchgezüchteten typischen Buckfastbiene, in Einklang stehen würde. Diese Annahme erwies sich als falsch! Die uns gezeigten Völker mit einem 100 %igen Hygieneverhalten hatten eindeutigen Buckfastcharakter. Schwestern und Töchter dieser Königinnen sind in größerem Umfang in kooperierende Imkereien integriert und haben dort ihre Pra-xistauglichkeit bei weiter bestehendem Hygieneverhalten unter Beweis gestellt.

Dementsprechend wird die Drohnenmutter 2019 in Friedrichskoog die B15(LE) von Lutz Eggert sein. Ich habe sie von ihm zu einem angemessenen Preis erworben, ist doch die Zucht einer solchen Königin mit hohen Kosten verbunden.

Wir haben von der B15 ausreichend Töchter, um im Frühjahr auf Hygiene zu selektieren und nur Völker mit einem Hygieneverhalten von mehr als 85 % auf die Belegstelle zu stellen.
Unseren Linien im Jahr 2019:

Drohnenmutter 2019 :
B15 (LE) = .16 –GR 65(LE) mrk B59 (MKN)
.15.- B103(IC) ilv mrk GR53(MKK)

Eine ausführliche Beschreibung (Evaluation) wird im Frühjahrsbrief 2019 erfolgen.

Zuchtmütter 2019
B???? (BZF) = .17-B92(DB) frkg144(HS)

Wie in den vergangenen Jahren werden wir von den ca. 35 noch vorhandenen diesjährigen Drohnenvölkern im Frühjahr 4-5 selektieren und davon umlarven. Darum kann auch zu diesem Zeitpunkt noch keine Pedigree Nr. genannt werden. An dieser Stelle liegt meine züchterische Arbeit als Vermehrer. Es ist eine durchgezüchtete Biene, die allen Kriterien einer Buckfast-Biene entspricht und in unserem diesjährigen Frühjahrsbrief detailliert beschrieben wurde. Die Namen Detlev Biel und Stefan Holmer sprechen für sich!
Von diesen Zuchtmüttern können Sie wie ge-wohnt belegstellenbegattete Buckfastköniginnen und selektierte Königinnen bestellen. Zusätzlich liefern wir selbstverständlich auch wie-der standbegattete Wirtschaftsköniginnen. Die Preise für die Wirtschaftsköniginnen sind nicht erhöht worden, aufgrund der deutlich gestiegenen Kosten des Belegstellenbetriebes mussten die Preise für die im Friedrichskoog begatteten Königinnen allerdings angehoben wer-den.

Wie in den letzten Jahren werden wir einige überwinterte diesjährige Töchter der Linie
B37(BZF) = .16 - B144(HSt) frkg B27(ABg) abgeben. Es war das herausragende Drohnenvolk in 2017 und hat uns auch in 2018 überzeugt. Die Töchter der B37 wurden in diesem Jahr mit der diesjährigen Drohnenlinie B92(DB) angepaart. Der Versand erfolgt frühestens ab Anfang Mai, wenn die Temperaturen es erlauben.

Bitte bestellen Sie bei Interesse schnell. Es sind nur wenige verfügbar.
NEU: „Hygiene sensitive“-Buckfastkönigin
Darüber hinaus werden wir in einem begrenzten Umfang Töchter von Zuchtmüttern mit einem ausgeprägten Hygieneverhalten anbieten. Diese züchterische Arbeit wird parallel zur gewohnten Zucht durchgeführt und von Detlev Biel koordiniert, der im Folgenden die begrifflichen Grundlagen und unsere geplante Vorgehensweise unserer Zuchtgemeinschaft bei der Erstellung von Bienen mit außergewöhnlichem Hygieneverhalten bzw. mit VSH-Eigenschaften beschreiben wird. Im Frühjahr werden wir nach einer genauen Sichtung entscheiden, welche Mutterlinie hierbei zum Einsatz kommt:

Hygieneverhalten contra Varroaverlust
Detlev Biel: „Liebe Imkerkollegen/-innen, so mancher Imker schaut derzeit zu seinen Völkern und betet innerlich, dass seine Bienen den Winter überstehen und nicht den Varroa-Tod sterben! Wir können dieses gut nachvoll-ziehen, obwohl es meistens nicht der direkte Tod durch die Milben ist, sondern unsere Bienen an den Sekundärfolgen der Varroamilben sterben. Aber langsam, betrachten wir erst einmal was passiert, wenn sich Varroamilben im Volk aufhalten:
Grundsätzlich muss man feststellen, dass unsere Völker einer stetigen Gefahr durch Viren und Bakterien ausgesetzt sind. Diese sind vielerorts ubiquitär (vorhanden), manchmal zufällig oder durch benachbarte Völker verstärkt. Auch können sie einen jahreszeitlichen Effekt haben. Man denke nur an die Amerikanische oder Europäische Faulbrut, Kalk-, Stein- oder Sachbrut, Nosema, Ruhr, Amöbenkrankheit. Wobei die Viren mit 18 verschiedenen Typen deutlich hervortreten. Aber alle Viren und Bakterien haben eines gemeinsam, sie müssen in den Körper der Bienen gelangen. Dieses kann über Futter, Amöben, Nosema apis oder Varroa geschehen. In der Biene vermehren sich diese Viren und Bakterien und die erkrankte Biene wird in der Folge zum „Herd“ der weiteren Infektionskette. In der Folge kann dieses Geschehen dann zum Untergang des ganzen Volkes führen.

So hat Dr. Christoph Otten vom Fachzentrum für Bienen und Imkerei in Mayen mit Hilfe des Bienenmonitorings eindeutig festgestellt: Je mehr Milben sich im Volk aufhalten, desto hö-her ist die Wahrscheinlichkeit des Völkerverlustes, da die Varroa, wenn sie an der Hämolym-phe (dem Bienenblut) saugt, die vorhandenen Viren in die Biene einschleust und für die weitere Verbreitung sorgt. Diese Viren schädigen dann die Völker so stark, dass sie schon oft vor dem Winter u.a. am Flügeldeformations- oder Akuten-Bienen-Paralyse-Virus sterben.

Wenn man diese Feststellung weiterdenkt, kommt man unweigerlich zum Schluss, dass eine deutliche Reduzierung geschädigter Bienen im Volk die Überlebenschancen des Volkes deutlich erhöht! Und genau hier setzen wir an und möchten Ihnen in der Zukunft helfen! Denn unsere Drohnenlinie in 2019 zeichnet sich durch eine besondere Eigenschaft aus. Unsere Drohnenlinie verfügt über ein besonders aus-geprägtes Hygieneverhalten von mindestens 85%. Was bedeutet das? Die Bienen der Drohnenlinie erkennen in mindestens 85% der Fälle, wenn in einer Zelle die Brut erkrankt und/oder abgestorben ist. Dieses Verhalten ist entscheidend, wenn man die weitere Gesundheit eines Bienenvolkes betrachtet. Je früher eine abgestorbene Larve erkannt und ausgeräumt wird, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sich die in der toten Larve vorhandenen Viren oder Bakterien weiterentwickeln. So erreichen die Viren nicht mehr das Stadium der Sporenbildung, da sie schon vor dem Umwandlungsprozeß aus dem Volk entfernt wurden.

Dieses Hygieneverhalten sollte ein zentrales Zuchtziel aller weiteren imkerlichen Bemühun-gen sein. Besonders wenn man die Situation der Amerikanischen Faulbrut mit dem Erreger Eric II sieht, der sich in vielen Gebieten in Deutschland ausbreitet. Er zeigt sich nicht durch eine fadenziehende Masse der abgestorbenen Brut. Wohl aber stirbt die Brut. Wenn Bienen mit einem besonders ausgeprägten Hygieneverhalten große Teile der toten Brut entfernen, bevor sich die Viren weiter verbreiten, dann sollten Ihnen im Idealfall Völkerverluste erspart bleiben. Zusätzlich zeigt die Drohnenlinie 2019 auch, dass die Bienen mit Varroa infizierte Zellen erkennen und diese häufig ausräumen. Wir sehen dieses immer wieder, wenn wir uns die Brutnester ansehen und dabei auf geöffnete Zellen stoßen, aus denen uns Bienen im Stadium der lila Augen anschauen. Also Bienen die noch nicht die Schlupfreife erreicht haben. Die Bienen haben dann die Milben in der Zelle erkannt und die Zelle geöffnet. Dieses Verhalten reicht, damit die Milben in der Zelle sich nicht weiterentwickeln und sie somit nicht geschlechtsreif wer-den. Teils entfernen die Bienen dann die Brut noch aus der Zelle, dieses ist aber nicht entscheidend. Entscheidend ist das Öffnen der Zelle, da nur in der verdeckelten Zelle die Metamorphose der Milbe abgeschlossen werden kann. Wir freuen uns sehr über dieses Verhalten, welches als VSH-Verhalten beschrieben wird, wollen es aber nur als mögliche Zusatzeigenschaft/Leistung unserer Bienen sehen, denn um es in Zahlen zu bewerten, müssten alle Drohnenvölker zu einem Zeitpunkt mit einer standardisierten Zahl Milben infiziert wer-den und später müssten dann Brutzellen im großen Stil geöffnet und bewertet werden. Diese Arbeit ist aber bei der großen Anzahl an Drohnenvölkern, welche auf der Belegstelle und im Schutzgürtel stehen, nicht leistbar. Wohl aber ist es uns möglich, das Hygieneverhalten bei allen Drohnenvölkern zu kontrollieren und nur selektierte Völker mit mindestens 85% Hygieneverhalten aufzustellen.

Da dieses Verhalten ein additives Verhalten ist, setzen wir bei den Königinnen, die wir Ihnen als selektierte „Hygiene“-Königinnen anbieten auch nur Königinnen ein, die auf der mütterlichen Seite mindestens 85% Hygieneverhalten zeigen. Für alle anderen Königinnen-Nachzuchten gilt, die Mütter stammen aus unserer langjährigen Buckfastzucht, wurden aber nicht weiter auf das Hygieneverhalten selektiert. Somit kann durch die Anpaarung das Ver-halten erworben werden, muss aber nicht.

Wenn Sie unsere Hygiene-Königinnen erwerben, dann haben Sie den Grundstein für eine erfolgreiche Imkerei, die dem beschriebenen Kollaps-Desaster verhindern kann. Es liegt dann an Ihnen, diese Eigenschaften zu erhalten. Setzen Sie zukünftig nur die Königinnen als Zuchtmütter ein, welche das höchste Hygiene-verhalten auf Ihrem Stand haben. Schauen Sie, dass auf ihren Ständen möglichst viele Töchter stehen und so die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Ihre F1 Nachzuchten auch dieses Verhalten erwerben. Wenn Sie sich dafür entscheiden, dann testen Sie Ihre Völker wie folgt: Su-chen Sie 100 Zellen mit verdeckelter Brut, welche kurz vor dem Schlupf steht und stechen durch den Zelldeckel, mit einer sehr dünnen Nadel, und töten so die Brut.

Besser wäre es, ein Stück verdeckelte Brut, welche sie den Völkern entnehmen, einzufrieren und später davon ein definiertes Brutstück zurück in die Völker zu geben. Dann kontrollieren Sie nach 12 und 24 Stunden, wie viele Zellen die Bienen geöffnet und ausgeräumt haben. Dieses setzen sie in Verhältnis zur Anzahl der gegebenen Brutzellen und ermitteln so den Grad des Ausräumverhaltens ihrer Völker. Diesen Test sollten sie im Herbst, Frühjahr und Sommer wiederholen, da das Hygieneverhalten mit der Jahreszeit etwas schwanken kann. Am höchsten ist es im Frühjahr. Wenn Sie dann „Ihre“ Perle gefunden haben, dann lassen Sie sie möglichst wieder mit Drohnen begatten, welche dieses Hygieneverhalten zeigen.“

Wir denken, dieses ist ein praktikabler Weg, den jeder interessierte Imker mitgehen kann. Natürlich steht für Ihre Perlen dann auch unse-re Belegstelle zur Verfügung, um die Sicherheit der Anpaarung Ihrer Königinnen zu erhöhen.



Bestellung/Versand

Bestellen können sie ab sofort wie immer online oder per Bestellformular. Dort finden Sie auch die neuen Preise und Versandtermine. Erster Versandtermin für Wirtschaftsköniginnen wird der 11.06.2019 sein, für im Friedrichskoog begattete Zuchtköniginnen beginnen wir mit dem Versand eine Woche später.

Bitte stellen Sie Fragen, Bestellungen etc. primär per E-Mail. Am Telefon sind wir während der Saison nur schwer zu erreichen.
Detaillierte Informationen zur Beschickung der Belegstelle Friedrichskoog stellen wir wie üblich Anfang des Jahres auf unserer Homepage zur Verfügung. Danach sind Voranmeldungen im Rahmen der voraussichtlichen Drohnenverfügbarkeit möglich. Leider werden wir wegen zu langer Lieferzeiten und postalischer Unsicherheiten in folgende Länder Königinnen nur noch per Vorkasse und auf Risiko des Käufers schicken: Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Spanien und Portugal. Generell verschicken wir ausschließlich innerhalb der Europäischen Uni-on, da wir keinen Einfluss auf die Bearbeitungszeiten beim Zoll nehmen können.




Lassen Sie mich wie immer mit Theodor Storm schließen:
…..
Und es leuchten Wald und Heide,
Dass man sicher glauben mag,
Hinter allem Winterleide
Lieg` ein ferner Frühlingstag.

Rechtzeitig vor jenem fernen Frühlingstag werde ich mich wieder bei Ihnen melden und Ihnen vor allen Dingen über das Hygieneverhalten unserer Drohnenvölker berichten. Bis dahin Ihnen und Ihren Bienen alles Gute und Wohlergehen



Herzlichst Ihr

Ihr Dr. Peter Stöfen



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Frühlingsbrief 2018:

Liebe Imkerkolleginnen und Imkerkollegen,
Liebe Kunden und Freunde unserer Zuchtgemeinschaft,
Liebe nichtimkernde Weggefährten.

Die Tage werden unaufhaltsam länger und der Monolog aus dem Faust von Goethe gibt mir die Hoffnung, dass sich überall ein wenig mehr Licht und Wärme ausbreitet. Nicht nur in der Natur und bei unseren Bienen, sondern auch in Haus und Hof und vor allen Dingen in unserem Gemüt. Allerdings wird es die Kraft des Lichtes nicht allein schaffen, die vielen negativen Felder in unserem Umfeld mit einer positiven Energie zu besetzen. Diese vielen unverständlichen Dinge beispielsweise in der Umwelt und im globalen Geschehen sind von uns einzelnen nur schwer zu ändern und wir dürfen es nicht zulassen, dass sie uns zunehmend dominieren und lähmen.

In einem sollten uns das Licht und die Wärme in diesen Frühlingstagen bestärken! Den Blick gelegentlich auf das zu fokussieren, was alles gut in unserem Leben läuft. Wir wohnen in Deutschland, in einem Land in dem zwar der kleine Mittelstand zunehmend geringschätzig behandelt wird und der Einfluss weniger Kartelle immer mehr unseren Staat unterwandert. Die Glyphosat-Diskussion ist dafür eine beredtes Beispiel. Dennoch, vordergründig haben wir eine stabile Demokratie, eines der weltweit besten Gesundheitssysteme und vor allen Dingen hat es das Schicksal unendlich gut mit uns gemeint, dass wir alle von kriegerischen Auseinandersetzungen in den letzten 72 Jahren verschont geblieben sind. Vielleicht kann man sich darüber freuen, dass man generell gesund ist; die Arbeit, die Hobbys. Über seinen Partner, die Kinder oder die Enkelkinder. Über die blühenden Winterlinge, besonders dann wenn sie von den Bienen angeflogen werden. Über Musik beispielsweise von Mumford and sons, die mich augenblicklich mein numerisches Lebensalter vergessen lässt; oder aber sich mal wieder nahezu kaputt zu lachen über Monty Pythons skurrilen englischen Humor.

Wir sollten niemals vergessen auf das zu schauen, was positiv in unserem Leben ist und dankbar dafür zu sein!


Unsere Linien im Jahr 2018:

Zuchtmütter 2018
In meiner landwirtschaftlichen Ausbildung wurde mir vor allen Dingen von meinem Lehrherrn vorgelebt, die Produktionstechnik möglichst schlank und in der Folge effizient zu gestalten. Dabei darf natürlich nie der übergeordnete Bick für ein hochwertiges Produkt außer Acht gelassen werden. Für unseren Betrieb bedeutet das, dass der genetische Input bzw. die genetisch bedingten Qualitätsmerkmale unserer Königinnen nicht besser werden würden, wenn wir die Basis unserer Arbeit auf möglichst viele Linien stellen würden. Diese Arbeit leisten befreundete Züchter, die allesamt über ei-ne größere Völkerzahl für die Honigproduktion verfügen und allein dadurch erst in der Lage sind, konsequent und verantwortungsvoll zu selektieren. Auch sie beschränken sich auf möglichst wenige Linien und wer die Pedigrees in dieser Hinsicht aufmerksam studiert, dem werden sie zur Visitenkarte eines jeden Zuchtbetriebes. In diesem Sinne werden wir von den ca. 40 noch vorhandenen letztjährigen Drohnenvölkern die 4-5 besten ausselektieren und davon umlarven. Darum auch die Fragezeichen, die Nummern kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht kennen. An dieser Stelle liegt meine züchterische Arbeit, die sich in erster Linie auf phänotypische Merkmale und natürlich auf die Honigleistung im Raps des Vorjahres beschränkt.

Unsere Zuchtmutter für 2018 stammt aus Bayern und wurde von Stefan Holmer gezüchtet. Seine Pedigrees sprechen für sich und für die Intensität seiner Zuchtarbeit. Er hat mit seinen Königinnen regelmäßig alle bedeutenden Belegstellen (unter anderem auch die beiden von Eugen Neuhauser) beschickt und verfügt allein deshalb über einen enormen Erfahrungsschatz in der Kombinationszucht. Seine B 144(HST) hat er mir im Herbst 2015 überlassen, ihre Töchter wurden 2016 ausnahmslos auf unserer Be-legstelle im Friedrichskoog mit B27(ABg) angepaart:


B???(BZF) .16 –B144(HST)frkg B27(ABg) : .14-B63(HST)hbgB101(CHP)
imq.13- B63(TR)hbgB235(PJ) : .12-B137(TR)balB72(TR)

Die Abstammung ist allein aufgrund der dahinterstehenden Namen vielversprechend und gemäß unserer Philosophie absolut durchgezüchtet. Die züchterische Arbeit von Thomas Rüppel ist in diesem Zusammenhang einzigartig und bedarf keiner besonderen Würdigung. Einer der ersten, der das erkannt hat, war Bruder ADAM. In der gleichen Liga bewegt sich auch Paul Jungels. Die Töchter seiner B235 sind mir immer noch in sehr guter Erinnerung, leider wurden sie mir durch eine Unachtsamkeit von der Milbe genommen, aber nun ist die Linie über diesen Um-weg wieder zu uns zurückgekehrt. Welch glückliche Fügung!


Drohnenmutter 2018
B92 (DB) – Die Drohnenlinie in Friedrichskoog
Unsere Drohnenmutter stammt in diesem Jahr aus Niedersachsen und wurde von Detlev Biel, der übrigens auch Mitglied der Zuchtgemeinschaft Friedrichskoog ist, gezüchtet und von uns in Anerkennung seiner züchterischen Bemühungen erworben. Dieser diesjährige genetische Input bildet die Zuchtgrundlage für 2018 auf der Belegstelle Friedrichskoog und stellt mit großer Wahrscheinlichkeit die mütterliche Zuchtgrundlage für 2019 dar. Seine B92 wird von ihm wie folgt beschrieben:


”Sie suchen Buckfastmaterial welches Buckfast typisch ist und nach den Anforderungen von Bruder Adam gezüchtet ist? Dann ist die B92(DB) die Drohnenlinie, mit der Sie anpaaren sollten. Ihre Honigleistung entspricht allen Anforderungen einer Erwerbsimkerei. Dank eines anatolischen Einflusses steht diese Biene von der Früh- bis zur Spättracht bereit, die angewanderten Trachten erfolgreich einzutragen. Dieses liegt an der außerordentlichen Brutfreudigkeit und Vitalität. Wir sind immer bemüht, die genetische Vielfalt zu bewahren, denn dieses ist die Gewähr für eine optimale Leistungsbereitschaft. Zusätzlich haben die Anpaarungen mit anatolischen Material bewirkt, dass diese Biene sehr krankheitsresistent ist und sparsam mit den Wintervorräten umgeht. Sie können die Entwicklung der Völker im Frühjahr genießen, ohne Angst vor schwindenden Futterreserven zu haben. Sicher liegt dieses auch in dem abgestimmten Brutstop im Winter, der wie ein Uhrwerk, mit den ersten Nachtfrösten einsetzt. Auch wenn wir diese Biene jedem Erwerbsimker empfehlen, so kann sich auch jeder Hobbyimker über sie freuen, denn ihr Schwarmverhalten lässt sich einfach und schnell über die angepasste Raumgabe lenken. Wir mussten nie Zellen brechen oder andere schwarmverhindernde Verfahren wählen, um sie zu lenken. Die Anpassung der Honigräume an das Nektarangebot reicht aus und eine bestiftete Schwarmzelle wird man nicht finden. Dazu ihre Sanftmut und Wabenstetigkeit, einfach nur angenehm, selbst ohne Rauch bleiben die Bienen auf den Waben sitzen und man kann das Imkern einfach genießen. Freuen Sie sich auf die Nachzuchten, wir haben diese getestet und sind sicher, Ihnen das Beste unserer Selektions- und Zuchtbemühungen zu präsentieren.

B92 (DB) = .14-B45(DB)lthlB200(BB) : .13-B49(DB)lgnB73(HGS)
.11-B1(DB)lgnB79(HGS) : imq .10-B164(IC)bal135(TR)



Bestellungen / Kontakt

Da die Arbeit jetzt wieder schlagartig zu-nimmt, bitten wir darum, Fragen und Bestellungen möglichst über unsere Homepage www.buckfast-zucht.de bzw. per E-Mail durchzuführen.
Wie schon in der letzten Saison haben wir für dringende Fragen zu Bestellungen und zum Vertrieb während der Saison (Ab Juni) eine Hotline eingerichtet. Dort erreichen Sie Herrn Steinfeld direkt per Tele-fon/SMS/WhatsApp. Wir bitten um Verständnis, dass diese Nummer außerhalb dieser Zeiten nicht bedient wird. Imkern mit einem Handy in der Hand ist ein schwieriges Geschäft und verhindert ein konzentriertes Arbeiten!

Mo.-Sa., 16.00 - 18.00 Uhr
Telefon/WhatsApp/SMS
+49-(0)178 - 111 70 04

Allerdings würden Sie uns unsere Arbeit ungemein erleichtern, bevorzugt per E-Mail:
info@buckfast-zucht.de mit uns zu kommunizieren. So geht in der Hektik des Tagesgeschäftes nichts verloren und Sie erhalten schnell eine Antwort.



Versandtermine 2018

Der Versand unserer Königinnen startet am 11. Juni 2018. In der Regel versenden wir immer Montags. Dann können wir in Ruhe am Sonntag die Königinnen absammeln und versandfertig machen. Außerdem ersparen wir den Königinnen den Stress, ein Wochen-ende evtl. auf der Post zu verbringen, falls sich die Lieferung verzögert. Wie üblich wer-den wir Sie rechtzeitig, ca. 1 Woche vor dem Versand, per E-Mail über den Termin benachrichtigen. Das hat sich in den letzten Jahren bewährt. Im letzten Jahr mussten wir übrigens die bereits bei Bestellung zugesagten Liefertermine nur in Einzelfällen verschieben, da uns heftige Winde das Arbeiten auf der Belegstelle unmöglich machten.
Derzeit nehmen wir Bestellungen für Wirtschaftsköniginnen, belegstellenbegattete und selektierte Königinnen an. Bitte bestellen Sie bei Interesse vor allem an frühen Versandterminen rechtzeitig.
Im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen wir selbstverständlich, auch kurzfristige Lieferungen möglich zu machen. Eine Übersicht mit Preisen und Versandoptionen ist beigefügt. Wir würden uns freuen, wenn Sie diese an befreundete Imker weiterreichen.
P.S: Unsere Königinnenpreise sind übrigens stabil geblieben!


Bezahlung / Bestellabwicklung

Zeitnah nach Ihrer Bestellung, oft schon am selben Tage, erhalten Sie von uns eine Bestellbestätigung, den geplanten Versandtermin sowie die Rechnung per E-Mail zugeschickt.
Bitte zahlen Sie erst nach Erhalt der Rechnung! Wir bitten um Begleichung der Rechnung bis ca. 2 Wochen vor dem Versandter-min, damit wir ausreichend Zeit haben, den Zahlungseingang zu verbuchen.
Gerne können wir zu diesem Zeitpunkt noch etwas ändern. Wenn die Königinnen erstmal abgesammelt oder schon unterwegs sind, ist das schwieriger und mit viel Stress für die Damen verbunden.



Möge uns ein gutes Bienenjahr beschieden sein,
mögen wir eine glückliche imkerliche Hand haben
und möge über uns und unseren Bienen ein guter Stern stehen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Erfolg und vor allen Dingen
persönliche Sinnerfüllung im Umgang mit Ihren Schützlingen.

Ihr Dr. Peter Stofen

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Imkermeister Dr. Peter Stöfen
Frühlingsbrief 2017


Liebe Imkerkolleginnen und Imkerkollegen,
Liebe Kunden und Freunde unserer Zuchtgemeinschaft.
Liebe nichtimkernde Weggefährten.

Wenige Tage bevor wir mit dem Umlarven beginnen werden, gilt es für mich noch einmal inne zu halten und unseren alljährlichen Frühlingsbrief zu schreiben. Anfang April war es noch sehr kalt bei uns, aber zum Glück sind alle Wetterkapriolen nicht die Angelegenheit von uns Menschen. Die nebenstehenden Gedanken Goethes sind ein einzigartiger Ausdruck seiner wertschätzenden Achtung und Liebe gegenüber der Natur und gegenüber der Schöpfung. Kein Wunder - war er doch selbst Imker. Bienen schienen wie selbstverständlich zu seinem Garten zu gehören, auch wenn er wenig über sie geschrieben hat. Aber man könnte meinen, die Zeilen würden sich allein auf die Bienen beziehen. In diesem Sinne sollten wir immer versuchen, aufs Neue in unsere Bienen hinein zu hören. Ihren Stimmen zu lauschen, ihr Wesen zu betrachten und sie natürlich immer wieder zu bestaunen.

Freudig war vor vielen Jahren
Eifrig so der Geist bestrebt,
Zu erforschen, zu erfahren,
Wie Natur im Schaffen lebt.
Und es ist das ewig Eine,
Das sich vielfach offenbart:
Klein das Große, groß das Kleine,
Alles nach der eignen Art;
Immer wechselnd, fest sich haltend,
Nah und fern und fern und nah,
So gestaltend, umgestaltend-
Zum Erstaunen bin ich da.


Wie wenig ist von diesem Geist in der heutigen Zeit zu spüren. Es stünde um die Natur, um unsere Bienen ungleich besser, wenn viele primär materialistisch geprägte Menschen nur ein wenig von diesem Verständnis besäßen. Wir Imker können stolz auf uns sein, in dieser Hinsicht über den Dingen zu stehen und nehmen dabei eine einzigartige Vorbildfunktion ein.

Die Vergewaltigung der Natur und die damit verbundene Zerstörung der Lebensgrundlage unserer Bienen, nehmen entgegen aller gesell-schaftlichen Lippenbekenntnisse immer schlimmere Ausmaße an. Wir sollten uns davon nicht entmutigen lassen, unbeirrt weiter imkern und damit unseren Beitrag für eine bessere Welt leisten. Das muss auch ich mir immer wieder ins Bewusstsein rufen, damit mein Zorn über die verseuchte grüne Welt in handfeste und philosophische Bahnen gelenkt wird.

Die Milbe bereitet wohl jedem von uns immer größere Sorgen. Behandlungskonzepte, die gestern noch relativ sicher funktionierten, er-weisen sich immer öfter als wirkungslos. Der fassungslose Anblick toter Völker dürfte mit das Schlimmste sein, was einem im Imkerleben passieren kann und rüttelt am seelischen Fun-dament.

Aus meiner persönlichen, natürlich auch leidvollen Erfahrung, haben wir nach dem Trachtende von fast allen Völkern Kunstschwärme gemacht und alle Brut in sog. Brutscheunen auslaufen lassen. Damit kann man sie effizient und relativ sicher von ihrer Geißel befreien. Ein Flugling geht natürlich auch, wenn gut die Hälf-te der Bienen aus dem Brutraum dazu gefegt wird, ansonsten hätte man nur alte Bienen im neuen Volk. Wie erwähnt kommen alle bebrüteten Waben in eine Brutscheune bzw. Brutsammler was natürlich mehr Böden, Zargen und Deckel voraussetzt. Dieser Turm wird woanders aufgestellt, aus ihm wird kontinuierlich Bienenfleisch für neue Kunstschwärme und zur Verstärkung aller Völker entnommen. Sind schon die ersten flügellosen Bienen (Pinguine) zu sehen, werden alle Waben konsequent ein-geschmolzen. Das tut weh! Der Flugling wird mit neuer oder alter Königin versehen und auf Mittelwände bzw. helle Waben gesetzt und mit einem Schied eng gehalten. Mit einer dünnflüssigen nektarähnlichen Futterlösung gefüttert und nach der ersten Eiablage mit Oxalsäure beträufelt. Die so behandelten Völker haben zum allergrößten Teil überlebt und in guter Volksstärke ausgewintert.

Noch besser erscheint es uns, ca. 1,5 kg Bienen in eine Box zu fegen. Sie mit 50 ml 3,5 % iger Oxalsäure waschmaschinenartig durchzuschüt-teln. Für einen Tag - ohne Königin! - kühl und dunkel stellen und sie abends dann wie beschrieben einzulogieren. Wahrscheinlich ist der Kontakt mit dem Medikament noch besser und intensiver. Das alles ist nicht neu und keines-falls von mir erfunden. Das von Herrn Dr. Rüttner entwickelte und beschriebene Verfahren (Vitale Völker durch komplette Brutentnahme) erschien mir lange Jahre zu arbeitsaufwendig und umständlich. Wir haben es mittlerweile in unsere Arbeitsabläufe rationell integriert. Nochmals: Es funktioniert und ich möchte es nicht mehr missen. Mein Mitarbeiter Walde-mar und ich haben die feste Absicht, rechtzeitig vor dem Abschleudern ein kleines Video zu drehen und auf unseren Youtube-Kanal hoch-zuladen, um ihnen diese Methode zu demonstrieren.

Mit der Ameisensäure bin ich nicht so gut zurechtgekommen. Aber das dürfte an meinem Unvermögen und der Angst, wertvolle Königinnen zu verlieren, liegen. Wenn Sie damit zurechtkommen, machen sie es unbedingt wei-ter. Never, never change a winning team!

Mit synthetischen Mitteln gerate ich ebenfalls zunehmend mehr auf Kriegsfuß. Es hat allerdings lange, viel zu lange gedauert. Die emotionale Bindung an die Chemie und die damit verbundene angebliche Befreiung vom Joch der Handarbeit wirkten wie eine Blockade im Denken. Für die meisten von uns gibt es gute Gründe, gänzlich auf die Chemie zu verzichten bzw. sie lediglich im äußersten Notfall zu ver-wenden. Die Gründe sind hinlänglich bekannt. Ein Aspekt, der den meisten Imkern nicht bekannt sein dürfte, mich als Landwirt jedoch sprachlos macht, ist die Preispolitik der Kartelle. Ist sie doch einzigartiger Ausdruck der Ge-ringschätzung gegenüber uns Imkern. Fast alle Wirkstoffe, die heute in der Milbenbekämpfung bei den Bienen Anwendung finden, wurden zunächst bei anderen Nutztieren einge-setzt, insbesondere bei Schafen und Rindern. Sobald dieser Wirkstoff uns an die Hand gegeben wird, kostet er mindestens das 4-500 fache dessen, was er ursprünglich bei den erwähn-ten Nutztieren gekostet hat. Unsere Standespolitik scheint das nicht zu interessieren.

Vielleicht ist die Imkerschaft auch nur zu klein und volkswirtschaftlich zu bedeutungslos, um sich eine effiziente Lobbyarbeit zu leisten? Und das wird gnadenlos ausgenutzt. In diese Fest-stellung möchte ich alle kleinen und mittel-ständischen Nahrungsmittelerzeuger einge-schlossen wissen. Auch wenn wir Im-ker/Landwirte aufgrund der bedeutungslosen finanziellen Wertschöpfung einem gewissen Sonderstatus unterliegen, sind wir politisch und gesellschaftlich offensichtlich nicht ge-wollt. Oder anders ausgedrückt, unser Honig ist viel zu billig! Die meisten Nahrungsmittel sind zu diesen Preisen nur über industrielle Massenproduktion zu erstellen. Ein Trend, der sich immer schneller zu verstärken scheint. Geht es uns in der Summe wirklich besser, wenn wir uns immer billiger ernähren können und dafür immer mehr Geld für den übrigen Konsum übrig bleibt? Die Frage sei erlaubt: Wem nützt es, wem schadet es? Ist es der Wille der Politik, könnte dieser Entwicklung in irgendeiner Form entgegengesteuert werden?

Doch lassen Sie uns nach diesen nachdenklichen Worten jetzt positiv in die Zukunft, sprich die neue Saison blicken. Nachdem wir erstmalig in diesem Jahr eine begrenzte Anzahl überwinterter Königinnen verkauft haben, konzentrieren wir uns jetzt vollkommen auf die Belegstelle.

Unsere Linien im Jahr 2017:
Zuchtmutter 2017
Wie in den letzten Jahren werden wir auch in 2017 von den besten Töchtern der vorjährigen Drohnenmütter nachziehen. In diesem Jahr von der B27 von Andreas Bendig.
20 von ihnen hatte ich bereits im letzten Herbst in die engere Wahl genommen. Gestern war Flugwetter, sodass ich die endgültige Selekti-onsentscheidung treffen konnte.
Auch die kann naturgemäß nicht 100 %ig objektiv sein, aber ich nehme für mich in Anspruch, eine Königin ausgesucht zu haben, welche die an sie gestellten Erwartungen der Buckfast-Zucht weitestgehend erfüllt. Hauptkriterium war der letztjährige Honigertrag lm Raps. Andere Selektionskriterien unterliegen zum Teil immer noch einem gewissen Bauchgefühl, Instinkt und Intuition. Unsere Zuchtmutter in 2017 wird die
B17(BZF) = .15-B27(ABg) frkg B49(DB) sein.
Details zur Genetik entnehmen Sie bitte dem Breeding Programm der europäischen Buckfast-Imker.
Weitere 3 Königinnen (B19, B22 und B23) gleicher Abstammung und mit nahezu identischen Merkmalen stehen als Reserve im Raps und werden ggfls. für die Nachzucht verwendet. Falls es aus derzeit unvorhersehbaren Gründen dazu kommen sollte, werden wir dieses auf den Zuchtkarten selbstverständlich entsprechend deklarieren.


Drohnenmutter 2017

Wie in unserem Herbstbrief bereits erwähnt, stammt unsere Drohnenmutter für 2017 aus Bayern und wurde von Stefan Holmer gezüchtet. Ich kenne ihn noch nicht persönlich, aber in diesem Jahr wird er unsere Belegstelle beschicken - darauf freue ich mich! Seine Pedigrees sprechen für sich und für die Intensität seiner Zuchtarbeit. Er hat mit seinen Königinnen regel-mäßig alle bedeutenden Belegstellen, unter anderem auch die beiden von Eugen Neuhauser, beschickt und verfügt allein deshalb über einen enormen Erfahrungsschatz in der Kombinationszucht. Seine B 144(HST) hat er mir im Herbst 2015 überlassen.

B144(HST) =.14-B63(HST)hbgB101(CHP) : imq.13-B63(TR)hbgB235(PJ)
.12-B137(TR)balB72(TR) : .11-B55(TR) bal GR109(TR)

Die Abstammung ist allein aufgrund der dahinterstehenden Namen vielversprechend und gemäß unserer Philosophie absolut durchgezüchtet. Wir wollen mit unseren Drohnen nicht experimentieren, sondern streben eine Erhaltungszucht bestehender, bewährter Buckfastlinien an. Die züchterische Arbeit von Thomas Rüppel ist in diesem Zusammenhang einzigartig und bedarf eigentlich keiner besonderen Würdigung. Einer der ersten, der das erkannt hat, war übrigens Bruder ADAM. In der gleichen Liga bewegt sich auch Paul Jungels. Die Töchter seiner B235 sind mir immer noch in sehr guter Erinnerung, leider wurden sie mir durch eine Unachtsamkeit von der Milbe genommen, aber nun ist die Linie über diesen Umweg wieder zu uns zurückgekehrt.
Welch eine glückliche Fügung!

Bestellungen / Kontakt

Da die Arbeit jetzt wieder schlagartig zunimmt, bitten wir darum, Fragen und Bestellungen möglichst über unsere Homepage www.buckfast-zucht.de bzw. per E-Mail durchzuführen. Erstmalig in dieser Saison haben wir für dringende Fragen zu Bestellungen und zum Versand während der Saison (ab Anfang Juni) eine Hotline eingerichtet. Dort erreichen Sie Herrn Steinfeld direkt per Telefon/SMS/WhatsApp. Wir bitten um Verständnis, dass diese Nummer außerhalb dieser Zeiten nicht bedient wird. Imkern mit einem Handy in der Hand ist ein schwieriges Geschäft und verhindert ein konzentriertes Arbeiten!

Mo.-Sa., 16.00 - 18.00 Uhr
Telefon/WhatsApp/SMS
+49-(0)178 - 111 70 04

Allerdings würden Sie uns unsere Arbeit ungemein erleichtern, bevorzugt per E-Mail:
info@buckfast-zucht.de mit uns zu kommunizieren. So geht in der Hektik des Tagesgeschäftes nichts verloren und Sie erhalten schnell eine Antwort.

Versandtermine 2017:

Der Versand unserer Königinnen startet am 6. Juni 2017. In der Regel versenden wir allerdings immer Montags. Dann können wir in Ruhe am Sonntag die Königinnen absammeln und versandfertig machen.
Außerdem ersparen wir den Königinnen den Stress, ein Wochenende evtl. auf der Post zu verbringen, falls sich die Lieferung verzögert.

Wie üblich werden wir Ihnen rechtzeitig, ca. 1 Woche vor dem Versand, den in der Auf-tragsbestätigung zugesagten Versandtermin per E-Mail bestätigen. Das hat sich in den letzten Jahren bewährt. Im letzten Jahr mussten wir übrigens die bereits bei Bestellung zugesagten Liefertermine nur ein einziges Mal um 2 Tage verschieben, da uns ein Sturm das Arbeiten auf der Belegstelle unmöglich machte.

Derzeit nehmen wir noch Bestellungen für Wirtschaftsköniginnen, belegstellenbegattete und selektierte Königinnen an. Bitte bestellen Sie bei Interesse rechtzeitig. Im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen wir selbstverständlich, auch kurzfristige Lieferungen möglich zu machen.

Eine Übersicht mit Preisen und Versandoptionen ist beigefügt.



Möge uns ein gutes Bienenjahr beschieden sein, mögen wir eine glückliche imkerliche Hand ha-ben und möge über uns und unseren Bienen ein guter Stern stehen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Erfolg und vor allen Dingen persönliche Sinnerfüllung im Umgang mit Ihren Schützlingen.
Herzlichst Ihr

Dr. Peter Stöfen

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Imkermeister Dr. Peter Stöfen
Herbstbrief 2016 / Belegstellenbericht


Herbstbrief 2016
Liebe Imkerkolleginnen und Imkerkollegen, liebe Freunde unserer Zuchtgemeinschaft!
Liebe nichtimkernde Weggefährten!


Die in der Mitte dieser Seite stehenden Gedanken Rainer Maria Rilkes waren und sind immer noch nicht einfach für mich zu verstehen. An der Radbühne im badischen Breisach haben sie mich in diesem Herbst nach vielen Jahren wieder eingeholt. Lange habe ich davor gestanden, sie mehrere Male gelesen und ich hoffe, heute ein wenig mehr von dem zu verstehen, was R.M. Rilke uns sagen wollte: doch wohl in erster Linie, dass nicht alles im Leben planbar ist und uns Vieles im Sinne dieser Zeilen zugeworfen wird. Für die Bienen und mich kann das nur bedeuten: Ingenieurmäßiges Denken, Masterpläne, zielgerichtetes Denken etc. sind zu einem Großteil „Selbstgeworfnes“ und in einer Gesamtbilanz ein fraglicher Gewinn. Gerade wir Imker müssen neben aller Tüchtigkeit einsehen, dass wir nicht alles unserem Willen unterwerfen können und lernen, das uns „Zugeworfene“ zu fangen und dafür dankbar zu sein.

Diese Erkenntnis schien schon länger in mir zu sein. Die Zeit war reif, mit einer anderen gedanklichen Struktur die Saison zu beginnen. Zwar hatte ich Anfang des Jahres schon eine grobe Übersicht im Kopf wie es laufen könnte, andererseits sollten mich keine starren Vorgehensweisen einengen. Man soll im Hier und Jetzt leben, darin sind sich das Christentum – vor allen Dingen die katholische klösterliche Tradition – der Buddhismus, im Wesentlichen alle großen Lehrer der Menschheit einig. In diesem Sinne habe ich versucht, mich in unsere Zuchtgemeinschaft einzubringen. Immer unter der Annahme, dass letztlich nichts zu erzwingen ist. Alles hat sich den Bedürfnissen der Bienen zu unterwerfen, um mit ihnen eine „win-win-Situation“ zu erreichen. Wie sagt Anselm Grün immer wieder: Wertschöpfung entsteht durch Wertschätzung – Gelassenheit, Achtsamkeit und konzentrierte Arbeit sind gefragt. Alles andere wäre kontraproduktiv und nicht zielführend. Von vornherein war mir klar, dass mir damit ein Sommer mit einer 14-stündigen sieben Tage Woche bevorstand. Es hat sich gelohnt. Mir wurde ein in der Gesamtbilanz gutes und harmonisches Bienenjahr „zugeworfen.“

Wie oft habe ich in der Vergangenheit die bevorstehende Saison bis ins Detail durchgeplant und genauso oft ist es dann regelmäßig anders gekommen: Die Milbe, das Wetter, Probleme mit Mitarbeitern, der plötzliche Verlust von Königinnen, das nicht berechenbare Belegstellenumfeld, um nur einiges zu erwähnen. Der Umgang mit Bienen wird immer in einem hohen Maß von spontanen Entscheidungen geprägt sein. Das ist letztlich auch gut so und macht das Imkern einzigartig und faszi-nierend. Nur, jeder Imker trifft diese Entscheidungen zumindest in Nuancen anders. Vieles ist und bleibt für mein Verständnis immer noch Gefühlssache und ist schwer in exakte Arbeitsanweisungen zu fassen. Leider verfüge ich nicht über die Fähigkeit, viel weniger noch über die Geduld, die meisten Bauchentscheidungen meinen Mitarbeitern nachvollziehbar zu vermitteln.

In der Folge habe ich für mich eine Liste von Aufgaben erstellt, die unbedingt meine Präsenz erfordern. Letztlich sind für mein Verständnis nur wenige Arbeiten in der Königinnenzucht komplett an Mitarbeiter delegierbar. Wo immer es geht wird mir jedoch zugearbeitet. Das habe ich mir im Übrigen weltweit in vielen Groß-imkereien abgeschaut. Für mich hat es den unschätzbaren Vorteil, mich aufmerksam den Bienen zuwenden zu können und nicht ständig etwas erklären zu müssen, worunter die Konzentration und letztlich die Bienen leiden.

Für das entgegengebrachte Vertrauen möchte ich mich im Namen unseres Teams, vor allen Dingen natürlich von Ihrem Ansprechpartner, Jens, aufrichtig bedanken. Wir hoffen sehr, dass Sie mit unseren Königinnen und mit unserem Service zufrieden waren, und dass wir die vielen Sonderwünsche nach unseren Kräften berücksichtigen konnten!
Unsere Zuchtgemeinschaft mit Detlev und Diana Biel, Friederike Brondke, Peter Arndt mit seiner tüchtigen Gefährtin Birgit Harms und Giovanni Carbonetti, ist noch weiter zusammengewachsen. Unsere Arbeit wird von einem gemeinsamen Ziel geprägt. Wenn es sein muss, nimmt sich daher jeder ein wenig zurück. Dieser Teamgeist, der Glaube an unser Können und die damit eingekehrte Ruhe waren die Grundlage dafür, dass wir in unserem gewiss nicht einfachen Geschäft häufig über unsere Kräfte hinauswachsen konnten.
Wir brauchten letzte Saison trotz großer Nachfrage nur ein einziges Mal einen Versandtermin zu schie-ben, da uns heftige Regenfälle das Absammeln auf der Belegstelle schier unmöglich machten. Wir hat-ten zu keinem Zeitpunkt zu wenig oder, was zum Glück noch nie der Fall war, zu viele Königinnen. Die artgerechte Produktion der Tiere in Einklang mit der Nachfrage zu bringen und den Versand entspre-chend weit im Voraus zu planen, erfordert ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl und propecia generico barato, aber auch das scheinen wir im Laufe der Jahre gelernt zu haben. Auch haben wir es gelernt, die logistischen Herausforderungen nahezu perfekt umzusetzen.

Das war ein langer Prozess, aber heute wissen wir ziemlich gut, in welchen Ländern auf welchen Dienstleister Verlass ist. Verbunden damit ist höchste Konzentration beim Versand und eine gegenseitige 2-fache Kontrolle. Bis auf eine bedauernswerte Ausnahme haben wir keine Sendung „versenkt“! Selbst in einem Irrläufer nach Frankreich sind die Königinnen nach 3 Wochen (!) wohlbehalten angekommen und allesamt in Eiablage gegangen. So ist nun nach einigen leidvollen Erfahrungen der Vergangenheit der sichere und kalkulierbare Versand eine entscheidende Voraussetzung, dass weiterhin Königinnen auf die Reise gebracht werden!
Gerade in den logistisch schwierigen mediterranen Ländern scheinen unsere Königinnen Außergewöhnliches zu leisten. Uns erreicht viel Zuspruch von Großim-kereien, vornehmlich aus Griechenland, Frankreich, Italien und Spanien. Sie berichten einhellig von Ertragssteigerungen verbunden mit einer reduzierten Schwarmneigung – ein Mosaikstein, ihre Imkereien wirtschaftlicher zu gestalten. Darüber freuen wir uns sehr!

Nachdem ich unseren „Blaulicht-Peter“ im Frühjahrsbrief vorgestellt habe, ist es an der Zeit einen weiteren „Eckpfeiler“ unserer Zuchtgemeinschaft vorzustellen: Giovanni Carbonetti stammt aus den italienischen Abruzzen, wo er in seiner Jugend wahrscheinlich noch Wölfen nachgestellt hat. Inzwischen ist er bei uns in Holstein angekommen und verwurzelt. Eine ausgesprochene „Type“, welche wie die meisten von uns Imkern in keine Schublade passt, ausgestattet mit menschlichen Attributen, die unter deutschen Imkern nicht unbedingt üblich sind. Ihm wurde die Königinnenzucht in Italien in die Wiege gelegt, denn in der Familie wird seit 4 Generationen mit einer hohen dreistelli-gen Völkerzahl geimkert. Trotz einer erheblichen beruflichen Belastung versteht auch er es, Königinnen von einer exzellenten Qualität zu produzieren. Seine Königinnen überwintert er standardisiert erfolgreich in Kieler Begattungseinheiten. Damit hat er einen eigenen Vermehrungskreislauf geschaffen. An diesem Versuch sind viele Imker gescheitert und wie ich auf die größeren Mini-Plus Zargen umgestiegen. Sein Geheimnis scheint in den relativ vielen Aufsätzen zu liegen, dem vielen Bienenfleisch und den vielen kleinen kontinuierlichen Futtergaben. Diese Art der Fütterung ist zeitaufwendig und bedarf einer besonderen Erfahrung. Mitten in der Saison müssen wir allerdings notgedrungen für eine Woche auf seine Dienste verzichten. Dann ist er beim WACKEN OPEN AIR (WOA) in der Security tätig und gilt als „beinhart“ und unbestechlich. Was er da sonst noch macht, entzieht sich unserer Kenntnis, denn anschließend ist er für eine weitere Woche rekonvaleszent. Es sei ihm gegönnt! Ab Ende Oktober legt er dann langsam den Stockmeißel aus der Hand und schießt dafür Böcke – in aller Regel vierbeinige!

Von meinem kleinen grauen Ferguson-Trecker ist noch zu berichten! Er ist genauso alt wie ich und eigentlich hätte ich ihn schon als Jugendlicher gerne auf unserem Hof gehabt. Aber mein Vater war der Meinung, auf einen deutschen Bauernhof gehört ein deutscher Trecker. Vor zwei Jahren stand „Jonny“ dann in Schweden an der Straße und er musste einfach mit. Spät habe ich doch noch meinen Willen bekommen ;-). Sein Zustand war allerdings erbärmlich und wir haben unendlich lange an ihm gewerkelt, bis ihm wieder Leben eingehaucht wurde und aus ihm dieses Schmuckstück geworden ist. Von Anfang an sollte er nicht unnütz in der Ecke stehen, sondern uns u.a. beim Grasmähen auf der Belegstelle zur Hand gehen.
Doch es sollte anders kommen. Frei nach W. Busch: Überraschung findet stets dort statt, wo man`s nicht erwartet hat!: Der gute Jonny hat nur 4 Vorwärtsgänge und selbst der 1. Gang erwies sich als viel zu schnell, um mit ihm irgendeine Mäharbeit zu verrichten. Das kann man nun wirklich einen Bock ge-schossen nennen - BINGO! Seitdem gucke ich ihn verstohlen von der Seite an und es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als zu verzeihen! Vielleicht bringe ich ihn irgendwann zu meiner Enkelin Nora auf eigener Achse in die Schweiz. Dann wird er in einer Art Racheakt wenigstens einmal in seinem wieder-geschenkten Leben arbeiten müssen.
„Der Spleen ist oft das Beste an einem Menschen“, sagt A. Schopenhauer, „-sein kreativster Teil, mit dem große Energien freigesetzt werden können, ein Stück Utopie zu verwirklichen.“ Na ja, der schlaue Kopf wird es wohl wissen und seine Worte dienen ein wenig meiner inneren Rechtfertigung in Bezug auf Jonny. In diesem positiven Sinne haben viele von uns Imkern einen Spleen. Danach dürfen wir den auch haben und wir sollten ihn hegen und pflegen. Das macht uns einzigartig!

Unsere Linien im Jahr 2017:
Wir werden uns zukünftig auf wenige Anpaarungen beschränken und aus dem engen und guten Netz-werk mit befreundeten Imkern unseren genetischen Pool bereichern. Wir verfügen in unserer Region über keine nennenswerte Sommertracht, sodass über dieses Selektionskriterium keine seriöse Aussage gemacht werden kann. Aus diesem Grund wird in unserem Betrieb nach dem Raps nur noch wenig Honig erzeugt, sodass ich mich einzig der Königinnenvermehrung und der Belegstelle widmen kann. Diese Arbeitsteilung ist in allen angelsächsischen Ländern üblich. Königinnenvermehrung und Honigerzeugung sind allein von der Arbeitswirtschaft Dinge, die schwer zu vereinbaren sind. Zukünftig werden wir in der Regel, wie unten beschrieben, von den diesjährigen Drohnenmüttern nachziehen - 2017 werden das wahrscheinlich die besten Töchter unserer diesjährigen Drohnenmutter B27(ABg) sein. Die Wahl wird schwer fallen, denn wir sind in der komfortablen Situation, uns unter mindestens 20 vielversprechenden Königinnen die Beste im Frühjahr aussuchen zu können und davon nachzuziehen. Aber letztlich wird darüber nach der Auswinterung im nächsten Frühjahr ent-schieden. Vielleicht wird von ganz anderen Zuchtmüttern umgelarvt. Wir haben genug interessante und vielversprechende Linien zur Auswahl.

Drohnenmutter 2017
Unsere Drohnenmutter für 2017 stammt aus Bayern und wurde von Stefan Holmer gezüchtet. Obwohl ich ihn noch nie gesehen habe, hat sich über die Jahre in vielen langen Telefonaten ein intensiver, freundschaftlicher Kontakt entwickelt. Seine Pedigrees sprechen für sich und für die Intensität seiner Zuchtarbeit. Er hat mit seinen Königinnen regelmäßig alle bedeutenden Belegstellen, unter anderem auch die beiden von Eugen Neuhauser, beschickt und verfügt allein deshalb über einen enormen Erfahrungsschatz in der Kombinationszucht. Seine B 144(HST) hat er mir im letzten Herbst überlassen und wir konnten in diesem Jahr genügend potentielle Drohnenmütter davon nachziehen.

B144(HST) =.14-B63(HST)hbgB101(CHP) : imq.13-B63(TR)hbgB235(PJ)
.12-B137(TR)balB72(TR) : .11-B55(TR) bal GR109(TR)

Die Abstammung ist allein aufgrund der dahinterstehenden Namen vielversprechend und gemäß unserer Philosophie absolut durchge-züchtet. Wir wollen mit unseren Drohnen nicht experimentieren, sondern streben eine Erhaltungszucht bestehender, bewährter Buckfast-linien an. Die züchterische Arbeit von Thomas Rüppel ist in diesem Zusammenhang einzigartig und bedarf eigentlich keiner besonderen Würdigung. Einer der ersten, der das erkannt hat, war Bruder ADAM. In der gleichen Liga bewegt sich auch Paul Jungels. Die Töchter seiner B235 sind mir immer noch in sehr guter Erinnerung, leider wurden sie mir durch eine Unachtsamkeit von der Milbe genommen, aber nun ist die Linie über diesen Umweg wieder zu uns zurückgekehrt. Welch eine glückliche Fügung!

Und, natürlich mein loyaler Imkerfreund Christian Peter! Wie oft hat er mit seiner Frau den langen Weg zu uns in den Friedrichskoog gefunden und uns durch sein Interesse bereichert. Jedes Mal hatten wir eine gute gemeinsame Zeit.
Auch sein Name steht für eine intensive Zuchtarbeit und züchterischen Instinkt. Ihm und seinen frän-kisch/bayerischen Freunden habe ich viel zu verdanken. Vielleicht wird Stefan Holmer seine B144 im Frühjahrsbrief selbst vorstellen. Zwingend notwendig ist das nicht! Soweit unsere Vorstellungen von der Saison 2017.

Lassen Sie mich wie immer mit Theodor Storm schließen:
…..
Und es leuchten Wald und Heide,
Das man sicher glauben mag,
Hinter allem Winterleide
Lieg` ein ferner Frühlingstag.

Rechtzeitig vor jenem fernen Frühlingstag werde ich mich dann wieder bei Ihnen melden.
Bis dahin wünsche ich Ihnen und Ihren Bienen alles Gute und Wohlergehen.

Ihnen allen eine gesegnete Adventszeit!
Herzlichst Ihr
Ihr Dr. Peter Stöfen

 
 
  Imkerei Dr. Peter Stöfen
Mitglied der Buckfast-Zuchtgemeinschaft Friedrichskoog,
Am Rathaus 18, 25693 St. Michaelisdonn

Hotline Vertrieb während der Saison: Mo.-Sa., 16.00 - 18.00 Uhr
Telefon/SMS/WhatsApp +49-(0)178 - 111 00 04

Telefon: +49-(0)4853 88 08 88, Telefax: +49-(0)4853 802 26

E-Mail: info@buckfast-zucht.de, Internet: https://www.buckfast-zucht.de